| Sie stopften
sich in einen vor zwanzig Jahren ausgemusterten Linienbus, der sie zu
einem immerhin klimatisierten Zelt in Ocker brachte.Nefen
erkannte recht schnell, dass es sich hierbei um ein behelfsmäßiges Ankunftsgebäude
handelte. Es folgten unzählige Passkontrollen. Überall schwer bewaffnete
Polizisten sorgten für die Sicherheit der Touristen. Nach einer halben
Stunde kamen auch schon die ersten Koffer und Taschen. Jetzt kam auch
die Rangelei um das Gepäck in Gang. Hier wurden Nefen und Sven auch gleich
mit den hiesigen Gebräuchen bekannt gemacht.Ein
paar schlecht gekleidete, grinsende Ägypter standen herum und versuchten
die Taschen und Koffer aus den Händen der Touristen zu reißen. Um diese
dann auf Waagen zu legen und sofort die Hand für „Bakschisch“ – Trinkgeld
auf zu halten.Sven hatte
eine Kreutzfahrt gebucht, da das die einzigste Möglichkeit war relativ
gemütlich nach Abu Simbel zu kommen. Außerdem war er der Meinung, die
Erholung an Bord eines Schiffes würde Nefen auch gut tun. Alle
Formalitäten waren nun erledigt und ihnen wurde ein weiterer Bus zugewiesen.Das
Model Mercedes-Bus hätte in Deutschland sicher noch einen guten Platz
auf einem Friedhof gefunden, aber er war kühl und hatte verdunkelte Scheiben
so das man sich schon ein wenig wichtig vorkam. Nach
dem Einstieg wurden schon mal die anderen Mitreisenden Taxiert. Sechzig
Prozent waren gestandene Pärchen aus dem üblichen Mittelstand, Marke Durchschnitt. Achtunddreißig
Prozent etwas jüngere Pärchen, gerade verliebt, verheiratet oder sonst
wie leiert. Und die letzten
zwei Prozent machten ein älteres Schwulenpaar aus. Ein
recht netter Ägypter stieg zu letzt ein und stellte sich als Reiseführer
vor. Da war sie wieder,
die Stimme, die Nefen immer wieder hörte. Der
junge Mann versetzte, der Reisegruppe direkt einen weiteren Schock. „Leider
liegt Ihr Schiff nicht wie vorgesehen in Luxor-Hafen, sondern wegen Bauarbeiten an der Schleuse im 60 km entfernten Esna“.
Das
Schiff war ein fünf Sterne Luxus– Kreuzer aus deutscher Fabrikation. Drei
Etagen inklusive dem Sonnendeck sorgten für genügend Auslauf. Auf
dem Sonnendeck selber lädt ein Pool zur Abkühlung ein, welche auch wirklich,
bei ca. fünfundvierzig Grad im Schatten, nötig wird. Leise
Musik plärrt blechern aus den nicht mehr ganz so neuen Lautsprechern.
Die Zimmer ausreichend groß und die Betten bequem. Das Porzellan in den
Bädern von „Ideal Standard“, lässt direkt heimische Gefühle aufkommen.
Von außen erinnert dieser
Kasten eigentlich eher an ein plumpes halbes Hochhaus aus Honecker- Zeiten. Im
Inneren des Schiffes allerdings ist alles nett auf rustikal ausgeschmückt.
Ob es jetzt die absolut
geile Showtreppe ist, man meint Marilyn Monroe würde gleich runter gestürzt
kommen und ihre Diamanten suchen. Oder
ob es die schweren Samtvorhänge in der Bar sind, die einen zu erschlagen
drohen. Teppiche auf den
Treppen und in den Gängen schaffen eine sehr warme Atmosphäre. Das
Sitzmobiliar im Renaissance- Stil gehalten, runden dann das Gesamtbild
ab. Hier ist 1000 und 1
Nacht in Szene gesetzt, die ihres gleichen sucht. Das
Agatha Christie hier ihren Krimi „Mord auf dem Nil“ schrieb lässt sich
jetzt nachvollziehen, denn wer würde hier keine Mordgedanken bekommen.
Es scheint so eine Eigenart
der Ägypter zu sein, alles maßlos zu übertreiben. Ob
es der Zimmerboy ist, der mit Fingerfertigkeit einem die Reisetaschen
entlehrt um dann mit den gefundenen Unterhosen und sonstigem Kram tolle
Figuren aufs Bett zu kreieren. Oder
ob es die Klimaanlage ist, die mit jeder Zimmerreinigung, die mindestens
zwei mal täglich vorgenommen wird, auf 0- 10°C runtergedreht wird damit
der Tourist, der die hiesige Hitze nicht gewöhnt ist, sich auch ja zu
Hause fühlt. Nach der Ankunft
an Bord checkten Sven und Nefen ein und bekamen alle weiteren Informationen
die sie noch benötigten, wie zum Beispiel, dass Männer zum Essen im Restaurant bitte mit langen Hosen erscheinen
möchten und das Badebekleidung ausschließlich für das Sonnendeck geeignet
ist. Es wurde fast schon langweilig, da man dieses Thema für einen normal
zivilisierten Menschen als selbstverständlich hält. Aber man soll ja nicht
glauben wie viele unzivilisierte Menschen es auf so einem Schiff gibt.
Und hier ist nicht das einheimische Personal, das sich als äußerst hilfsbereit,
freundlich und um das Wohlergehen der Gäste sorgend darstellte gemeint. Es
ist teilweise schon zum fürchten was für eine Horrorshow so manch „zivilisierter“
Gast in einem solchen Restaurant
abzieht. Wenn man von den allgemein üblichen modischen Fehltritten mal
absieht, gibt es immer noch Steigerungen die einem das Blut in den Adern
bei 45°C im Schatten erfrieren lässt. Da
ist der sehr gut genährte und von Mama verwöhnte Mitte-Ende Vierziger,
dem das T-Shirt immer etwas über den Bauchnabel springt, da er der Meinung
ist „M“ müsste eigentlich noch passen. Die
von Mama ausgesuchte Shorts, schon etwas verwaschen und leicht ausgebeult,
weil man im Urlaub natürlich kein Bügeleisen zur Hand hat, in einem zu erahnenden blau, grün, gelb, orange gestreift.
Etwas zu knapp im Bein eigentlich schon eine Unterhose und diese über
den Bauchnabel bis zum T-Shirt hochgezogen. Dazu trägt der Herr dann die
üblichen Badelatschen für 9.95 aus dem Aldi. Gegen
20.00 Uhr wurde das Restaurant gestürmt als habe man seit Tagen nichts
essbares mehr gesehen. Es blieb einem noch nicht einmal die Zeit, das
so wahnsinnig liebevoll und mit viel Kreativität und Geschick hergestellte
Buffet zu betrachten. Es wurde gestürmt und ohne Rücksicht auf Verluste
und abgeräumt was geht. Innerhalb kürzester Zeit war von den Kreationen
nur noch ein Trümmerfeld übrig. Es
war nunmehr nach 22.00 Uhr und die Strapazen der Reise machten sich immer
mehr bemerkbar. So beschlossen die Beiden sich in die Kabine zurück zu
ziehen und schlafen zu gehen. Sven
hatte nur noch eine Doppelkabine bekommen, da es Saison war. Nefen hatte
nichts dagegen. Die Betten
standen eine Nachtschrankbreite auseinander. Somit war die Kabine fast
ausgefüllt. Unter dem
Vorwand etwas mehr Platz zu schaffen, überzeugte er Sven die Betten zusammen
zu schieben. Nefen lag noch wach als Sven schon lange eingeschlafen war.
Er beobachtete Sven und wunderte sich, das ihm nie aufgefallen war, wie attraktiv er eigentlich
war. Ein wenig größer als er selbst, hellbraune Haare, diese sehr kurz gehalten.
Seine grünen Augen die immer funkelten wie Smaragde. Sein Körper, schlank und definiert,
sein Gesicht eben und jugendlich.Der nette Junge von neben an.
Sven drehte sich im Schlaf und legte seinen Arm über Nefens Brust.
Nefen begann den Arm sanft auf und ab zu streicheln. In ihm erwachte
die Lust. Seine Hand suchte immer mehr von Svens Körper zu fühlen.Sven
drehte sich erneut, dieses mal auf den Rücken. Nefen
konnte seinen Trieb nicht mehr zurück halten, zu mal Sven bei seiner letzten
Drehung das Bettzeug von sich stieß und den Blick auf seinen männlichen
Körper frei gab. Nefens Hand begann vorsichtig von neuem Sven zu berühren.
Seine Finger glitten langsam und zärtlich von Svens Brust hinunter zu
dessen Bauchnabel. Schwarze Haare gräuselten sich um den Nabel und formten
sich zu einer Strasse hin zur verborgenen Zone. Leichte Regungen in diesem
Gebiet spornten Nefen an fortzufahren und sich in diese Richtung weiter
vorzuarbeiten. Sven regte sich kaum merklich. Endlich war Nefen am Ziel
seiner Wünsche und hielt den pulsierenden und überraschend großen Preis
in seiner Hand. Jetzt wollte er alles. Er beugte sich über Sven und begann
ihn mit Küssen von Brust bis Bauch zu bedecken. Sven, dem die Zärtlichkeiten
seines Bettnachbarn nicht länger schlafen ließen, begann seinerseits den
Körper des anderen zu suchen und zu befühlen. Seine Hände gruben sich
in die Haare von Nefen und ermunterten ihn weiter abzusinken. Nefen kam
dieser Aufforderung nur zu gerne nach. Mit seiner Zunge begann er den
Kopf, des Glücksstabes von Sven, zu umrunden. Erst ganz langsam, dann
immer schneller werdend, verschwand mehr und mehr des Gliedes in Nefens
Mund. Sven stöhnte leise und kaum hörbar, er windete sich unter der Spannung
seiner Erregung. Jetzt war auch Sven am Ort des Geschehens bei Nefen angekommen.
Nefen setzte sich auf, Sven tat es ihm gleich. Beide küssten sich wild
und innig. Ihre Händen suchten den anderen und gruben sich in dessen Haut
und Muskeln. Sven übernahm jetzt die Führung des Liebesspiels. Er drehte
Nefen so, das er in ihn eindringen konnte. Ein kurzer Schmerz wandelte
sich in Sekunden in ein angenehmes und hocherotisierendes Gefühl, was
sie den Höhepunkt immer Näher brachte. Noch einige sanfte aber sehr bestimmende
Stöße von Sven und Beide ergossen sich gleichzeitig ihrer Lust. Erschöpft
sanken sie nebeneinander zusammen und schliefen eng umschlungen ein.
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